mecker. mecker. mecker.

Eine unbegründete Abneigung gegen Apple

Ich bin seit kurzem stolzer Besitzer eines MacBook Pros. So mit 15-Zoll, wenig Fest­plat­ten­spei­cher, für Studenten reduziert und dennoch sauteuer. Kennt ja der eine oder andere. An sich war der Kauf nicht schlecht. Aber ich hasse Apple. Fast so sehr wie Microsoft. Eigentlich ist es gleich­wer­tig, aber da Apples OS X eine Bash bietet, hasse ich Windows etwas mehr als OS X. Wieso ich das schon nach einer Woche behaupten kann? Ganz einfach, OS X ist einfach scheiße. Das fängt ja schon damit an, dass ein Terminal-Emulator nicht beendet, wenn man Strg+D macht. Ja nein, ich will das Fenster unbedingt offen haben mit dem Text: Prozess beendet. Generell erkenne ich den Sinn hinter dem roten Schließen-Knopf nicht. Er schließt die Fenster, aber beendet nicht den Prozess. Wieviele Sessions ich damit in Firefox verloren hab…

Die Schrift ist klein. Abartig klein. Da habe ich für ein Antiglare Update schon zwingend eine höhere Auflösung nehmen müssen, so kann man nicht mal die DPI Anzahl erhöhen. Nein, das geht super einfach in jedem verdammten Programm einzelnd unter Ein­stel­lung. Das ist ja ein Komfort, das lässt sich gar nicht in Worte fassen. Oder doch: Ich schreibe diesen Beitrag per SSH auf meinem SheevaPlug, weil der Standard-Editor die Schrift­grö­ße nicht ändern will.

Was mir an OS X gefällt, sind die Ani­ma­tio­nen. Ist fast so wie beim iPhone, nur das man keine zehn Sekunden Pause nach jener hat, weil die Hardware so langsam ist. Wenn man in Virtualbox in den Fullscreen geht, dann gibt es eine Blende zu schwarz. Sehr schick. Wackelnde Fenster wären natürlich auch sehr cool, aber das gibt’s nur Kauf einer unnützen Shareware. Damit wären wir beim nächsten Punkt.

Apple ist ja die In­kar­na­ti­on des Ka­pi­ta­lis­mus’. Ich hätte gerne einen Editor mit Syntax-High­light­ing und einem Terminal unten. Ja. Nein, musst du kaufen für 20 bis 30 Euro. Ist ja nicht viel, aber das ist ja nicht die einzige Software, die man zusätzlich kaufen muss. iTunes ist unter OS X ja genau so ein Mist wie unter Windows. Freie Player wie Clementine laufen zwar, aber wenn man das Pech hat, ein iPhone zu besitzen und es anschließt, dann ist Schluss.

Gegen den Ka­pi­ta­lis­mus kann man sich ja prima mit Open Source Software wehren. Aber das ist schwierig. Fast so schwierig wie unter Windows. Immerhin gibt es mit brew eine ziemlich nette Software zur In­stal­la­ti­on von CLI-Tools, samt Dependency-Resolving. Aber es bleibt bei CLI-Software. KDE Software soll zwar prin­zi­pi­ell laufen, erfordert aber viel Gefummel, diverse Patches und so etwas wie Fink oder MacPorts.

Ich habe testweise ein Kubuntu 10.04 in VirtualBox in­stal­liert. Leider wabern die Fenster nicht, aber da gibt’s schlim­me­res. Vielmehr ist die Tastatur vom MacBook einfach krank. Ja natürlich, Windows’ hat ihre durch­ge­setzt und weil Apple-User sich besonders fühlen wollen, bekommen die halt eine andere. Dass AltGr+Q kein @ sondern das Programm schließt, ist ein Fall für Amnesty In­ter­na­tio­nal. So, zurück in die VM. Es gibt kein AltGr und Alt+Strg+Q funk­tio­niert im Gast auch nicht. Da bleibt nur ein Googlen nach dem @-Zeichen. Ich merke, wie mich die Technik des 21. Jahr­hun­derts begeistert.

Aber es geht noch weiter. Notebooks haben ja diese nette Fn-Taste. Ach, nicht nur Notebooks. Überall, wo an Platz gespart und dennoch Zu­satz­funk­tio­nen dabei sein müssen, die der End­an­wen­der eh nicht braucht, gibt es diese nette Taste. Zeugt ja immer von immenser In­tel­li­genz, wenn die nach ganz links gepackt wird. Links neben Strg. Wer brauch denn schnellen Zugriff auf Strg+C, Strg+Z? Vollkommen über­be­wer­tet. Aber das ist ja kein Apple-spe­zi­fi­sches Problem. Das tolle beim MacBook ist ja, dass F1-F12 nur nach Drücken dieser besagten Funk­ti­ons­tas­te ihren Dienst tun. Das ist natürlich vollkommen in­kom­pa­ti­bel zu allem und vor allem VirtualBox, sodass man da einfach nicht auf ein virtuelles Terminal wechseln kann. Großartig oder?

Einen hab ich noch. Es gibt beim Macbook keine Entfernen-Taste. Vollkommen über­be­wer­tet. Aber da gibt es die intuitive Krampf­be­we­gung Fn+Cmd+Backspace. Wie ich Pos1 und Ende bekomme, weiß ich nach wie vor nicht. Man spricht von Fn oder Cmd plus die Pfeil­tas­ten. Nur will das bei mir nicht so recht. Wie schon gesagt, vollkommen über­be­wer­tet!

Eine weitere großartige Sache bei Apple ist ja immer noch das iOS. So habe ich mich doch über für den Weih­nachts­mo­nat für 1 GiB Da­ten­vo­lu­men für das Tethering ent­schie­den, denn man will ja mobil bleiben. Tja, Pus­te­ku­chen. Mit dem Update geht das bei einer Vielzahl an Nutzern nicht. Wun­der­hübsch. Ja, ich lerne Apple langsam zu schätzen.

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