iX Review über Wuala
Ich will mich eigentlich gar nicht mehr über die Situation aufregen, aber wenn die iX jetzt auch noch anfängt. Hier, die „ix: Magazin für professionelle Informationstechnik“!
Zwischen Ungetümen wie Ruby on Rails 3.0, Facebook-Programmierung (einself) und Editoren für die Windows PowerShell (der Titel ist schon Hohn genug), gibt es noch Wuala – Online-Storage auf Peer-to-Peer Basis (Seite 80).
Ich muss zuerst mal loben. Sie haben die Formel zur Berechnung des getauschten Speichers richtig hinbekommen!1 Allerdings leidet der Redakteur auch an einer kleinen Farbschwäche, so lobt er doch die neue GUI und findet, dass der braune Matsch an geteilten Ordnern rot sei. Ferner wird davon gesprochen, dass nicht alle Teile von Wuala quelloffen sind – äh, wie bitte? Nicht alle? Eher ganz wenige, um nicht zu sagen: keine Nennenswerten!
Aber gut, das war gar nicht das Problem. Vielmehr ist der Artikel mal wieder ein Paradebeispiel für professionellen Journalismus:
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Außerdem existiert keine Größenbeschränkung für die hochgeladenen Dateien. [2]
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Zum Verfahren selbst ist zu sagen, dass laut Wuala der Client die Daten schon lokal mit dem persönlichem Passwort verschlüsselt und dieses Passwort den Rechner nicht verlässt
Ja, klar. Aber dass man mal so eben das Passwort ändern kann, juckt die nicht?
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In der Wuala Gruppe „Wuala API“ finden sich Beispiele für […]. Weitere werden folgen – zumindest existieren in der Gruppe schon Ordner für Java, Ruby und eine iPhone-Implementierung.
Ob der professionelle Autor auch mal auf das Datum des leeren Ordners geschaut hat? März 2009.
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Im Bereich „Freunde“ sieht man deren freigegebene Ordner, „Gruppen“ zeigt alle Gruppen an, in den man Mitglied ist. Man kann selbst Gruppen gründen und dabei entscheiden, ob diese privat oder öffentlich sein sollen
.Natürlich weiß der geneigte Leser sofort, was Gruppen sind. Immerhin bietet doch jeder bekannte Hoster „Gruppen“ an!1 An Fallstricke á la dass Dateien in Gruppen aber nicht bei sich selbst lagern können und dennoch Speicher belegen, ist man nicht interessiert.
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Bei passwortgeschützten Dateien und Ordnern kommen sogenannte Friendship-Keys und eine hierarchische Berechtigungsvergabe zum Einsatz. Das System nennt sich Cryptree […]
Da hat man mal versucht, dass schön komprimiert darzustellen… und es ist falsch. Zonk.
Ist ja jetzt nicht so, dass Wuala all diese Details übersichtlich irgendwo auflistet. Daran muss immer noch gearbeitet werden. Aber dass ein Magazin, dass professionell im Namen hat, so einen Müll liefert, ist doch wirklich eine Zumutung. Man erkennt doch deutlich, dass der Autor, der doch schon seit zehn Jahren in der IT tätig ist, keine Ahnung vom Thema hat.
ps: ich habe die iX übrigens nicht abonniert ;-)