Jena
Oh hey, mal ein Beitrag zu was greifbarem! Ich wohne seit gut einer Woche in Jena. Abitur halt gemacht, jetzt Studium, natürlich ausgemustert. Kennt man ja.
Jena als Stadt ist schon ziemlich cool. Von 100.000 Einwohnern gut 20.000 Studenten, das gibt ein schönes Bild im Stadtzentrum. Da ist quasi überall Schulhof. Jena hat auch einen ziemlich guten Nahverkehr: Jenah, sieht nach Rechtschreibfehler aus, wird aber wohl Je–Nah betont. Das gute ist, für so eine kleine Stadt gibt es erstaunlich viele Linien. Im Zentrum treffen sich ungefähr zehn Bus- und Straßenbahnlinien. Mein Bus fährt tagsüber im Vier-Minuten-Takt – und wer hätte es gedacht: pünktlich. Das ist ja der reine Wahnsinn. Als Berliner muss man ja mit ca. fünf Minuten Verspätung pro Strecke rechnen. Hier ist alles punktgenau. Aber ja, nur tagsüber. Wenn man ab Mitternacht im Stadtzentrum Bus fahren will, so darf man locker 45 Minuten warten. In dieser Zeit lässt sich gesamt Jena einmal durchlaufen.
In Jena herrscht eine absolute Wohnungsknappheit von Einraumwohnungen. Wobei, Knappheit kann man das nicht mehr nennen. Das ist Nichtvorhandensein. Unter Verklickungen von Umständen und diversem bürokratischen Kram (ein Wohnberechtigungsbescheid kostet in Jena! Wer ihn von Berlin auf Thüringen umschreibt, zahlt nichts!) habe ich noch ein Zimmerlein, komplett renoviertes Haus, als Erstmieter beziehen können – acht Minuten mit Bus zur Uni. Und irgendwann wohl auch DSL mit immerhin 5001 bis 10000 KBit. Der Wahnsinn!1
Sehr krass ist die Werbungsverteilung. Gut, in Jena sieht man allgemein nur sehr wenig Werbung. Bietet sich einfach nicht an. Aber wenn ich von Donnerstag mit Sonntag den Briefkasten öffne und drei Zentimeter Werbung hab, dann ist das nicht mehr lustig. Da bekommt man Werbung von Läden, die man in Jena gar nicht hat. Sinn? Selbst in Berlin im Plattenbau bekommt man nicht so viel Werbung wie hier.
Aber so allgemein ist’s recht nett hier. Zwar inzwischen etwas kalt, aber man soll angeblich zum Studieren hier sein.