Konzertreview: Darkness Over X-Mas 2010 im F-Haus
Ein kurzes Review zum Konzert am 26. Dezember im F-Haus in Jena. Für knapp 20€ gab es eine bunte Mischung aus vornehmlich Metal, Electro und viel Geschrei. Bandreihenfolge belief sich auf His Statue Falls, We Butter The Bread With Butter, Callejon und Neaera.
His Statue Falls habe ich leider nur zur Hälfte mitbekommen, dafür musste ich zu lange vorher anstehen. Haben ‘ne hübsche Show geliefert. Leider nicht ganz so meins, der cleane Gesang sagt mir überhaupt nicht zu. Der Menge auch nicht, sodass eigentlich nur die Parts mit etwas mehr „Hardcore” gut abgingen. Live aber wie auf CD. Sehr beeindruckend, dennoch!
Als nächstes kam dann schon die Band, weshalb ich schon zum zweiten Weihnachtsfeiertag wieder in Jena gelandet
bin: We Butter The Bread With Butter. Leider eine komplette Enttäuschung. So hat sich WBTBWB auf Platz drei
meiner Lieblingsbands neben Samsas Traum und Epica hochgehört, allerdings wurde ich von denen live nie
enttäuscht. Sehr erschreckend ist ja das Publikum zu WBTBWB. Nicht dass ich da mit halbwegs normalen Leuten
gerechnet hätte. Aber das Publikum hat mich wirklich erschüttert: 14 bis 18-jährige Schwuchteln Emos,
die in Begleitung der Eltern dagewesen sind. Allesamt die knalligen T-Shirts von WBTBWB. Ich habe mich schon
immer geschämt, dass mir We Butter The Bread With Butter zusagen, aber nun schäme ich mich noch mehr. Ja klar,
die hatten eine schwierige Phase (die Band, nicht die Kinder) mit ihrem ersten Album. Das war öde, monoton,
nahezu nichts von Wert, außer Albernheiten mit Kinderlieder auf Hardcore vertonen. Aber mit ihren zweiten
aktuellen Album sind sie doch schon zu einer musikalischen Avantgarde aufgestiegen. Nun gut, weiter mit dem Konzert.
Die Show schwankte zwischen richtig scheiße und halbwegs erträglich. Sie haben ja eines ihrer Gründungsmitglieder verloren, der unter anderem auch Gesang gemacht hatte. Nun haben sie einen Übergangs-Shouter und ich muss sagen, der ist einfach nur scheiße. Scheiße triffts ja noch nicht einmal. Der Shouter ist unfähig als repräsentante Figur der Band, kann nicht singen und hat generell jeden Text verhauen. Ja, die haben keine sinnvollen Texte und Schreien bzw. Growlen zu 99%, aber das heißt ja nicht automatisch, dass man sich keine Mühe beim formulieren von Worten oder Intentionen geben muss.
Auf ihrem neusten Album haben sie übrigens ein episches Intro. Gibt ja echt wenige Intros, die nahe an die von Samsas Traum (Nils Holgerson feat. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Mann, war das EPISCH!) herankommen, aber das wäre eins. Und was nutzen sie als Intro? Irgendeine zusammengeklatsche E-Gitarren-Scheiße. Allgemein haben sie ihren neuen Stil sehr verraten. Statt Musik zu machen, haben sie überwiegend auf diesen sinnlosen Grind/Butter/Whatever-core und Breee gesetzt. Ja, das hat schon den einen oder anderen Circle of Death hervorgerufen, aber schön war das nicht. Samsas Traum legt bei Konzerten ja den Fokus noch mehr auf die Electro-Basis. Denn wer will denn statt zwei nervtötenden, schmutzigen Butter-Gittaren gleich drei hören? Zudem haben sie ihr Electro-Kram diesesmal etwas verhauen. Es war leise und mindestens eine Oktave zu hoch. Geendet haben sie mit dem Klassiker Extrem. Wenn man die sinnlosen 2/3 am Anfang wegnimmt, kommt ein klasse Outro bei heraus. Aber natürlich verhauen sie auch das und klimpern da schlecht mit ihren Gitarren herum! Alles in allem hatte ich mir mehr erhofft. So bleibt mir nur zu sagen: Auf dem Album klingen sie besser!
Dann kam Callejon. Kannte ich erst seit ein paar Wochen, aber haben mir ziemlich schnell zugesagt. Haben mit Sommer, Liebe, Kokain begonnen, von jedem Album ein, zwei Lieder gespielt und mit Porn From Spain geendet. Zu diesem Lied muss unbedingt was gesagt werden. Erst einmal ist es jugendfrei, wenn auch sozialethisch eventuell etwas desorientierend. Das ist ein Featuring von Callejon und K.I.Z. Letzteres mag ich ja so gar nicht, aber die Kombination aus Metalcore und Rap ist der Hammer. Ab 2:47 wird es einfach nur geil. Nahezu jeder konnte den Text und ab „Ich will Stagediven, bitte geh’ zur Seite (Seite)!” mit extra fettem Bass war es einfach nur episch. Gute Show, sympathischer Sänger, live wie auf CD.
Zu guter letzt kam dann noch Neaera. Death Metal, nicht so wirklich meins. Wollte eigentlich gehen, aber bin dann noch geblieben. War eine gute Entscheidung. Der Shouter ist nämlich der Hammer. Habe noch nie einen so guten Shouter gesehen. Wahnsinn einfach. Hat diverse Circle of Deaths und Stagedivings verursacht. Die Security war vom dauernden Crowd-Surfing auch etwas genervt. Würde Neaera jetzt noch Musik machen, wäre das eine meiner Lieblingsbands.
Resümierend ein echt geiles Konzert. WBTBWB hat mich sehr enttäuscht, die Location, trotz anfänglicher Skepsis, nicht. Bei Deadlock am 25. Februar 2011 bin ich auf jeden Fall dabei!