Wirre Gedanken I
Wenn ich aus dem Fenster schaue, frage ich mich öfters, in was für einem Staat ich doch lebe. Gut, da wird man hineingeboren, so zufällig wie die Einteilung in arm und reich – obwohl das nicht allzu zufällig ist. Immerhin ist ersteres mit über 99.999% durchaus wahrscheinlich. Und weil das gut ist, folgt die Weltordnung unserer Ordnung (oder vice versa?) und so gibt es draußen ersteres mit noch höherer Wahrscheinlichkeit, also 99 [punkt] sehr viele Neunen, die den Rahmen des Blogs sprengen dürften.
Wenn man die Chaostheorie betrachtet, so erkennt man, dass ganze Tsunamis von einem Schmetterling ausgelöst werden können. In der IT-Branche könnte man da von einem Worst-Case sprechen. Wenn wir nun aber uns Menschen betrachten, so scheinen wir diese ganz klar zu widerlegen. Selbst mit einem Unterwasserbeben könnten wir nichts an unserer Politik ändern; oder aber die Politik weiß mit dem Worst-Case der Gesellschaft besser umzugehen als mit ihrern eigentlichen Tätigkeit.
Wenn wir Wählen gehen, so zeigen wir, dass wir keine Alternative vorzuweisen haben und hoffen auf den Eintritt des Unmöglichen. Nicht, dass das System der Wahlen undemokratisch ist. In der Theorie sind sie das, in der Praxis mag das nur noch mit sehr viel Abstraktion hinkommen.
Ab wann wird eigentlich eine Diktatur als solche wahrgenommen? Wenn es einen alleinigen Herrscher gibt,
ist so das allgemeine Verständnis. Aber ist Diktatur nicht auch, wenn Massen von einem Bruchteil ihrer
selbst regiert verraten wird? Immerhin sitzen im Bundestag 0.00075% der Bevölkerung. Da ist die
Vertretung der Bevölkerung ja garantiert!1
Da reizt mich ein Studium der Psychologie. Denn Politiker enttäuschen regelmäßig Menschen, die Hoffnung hatten. Sie verdienen unverhältnismäßig mehr Geld als die arbeitende Bevölkerung und versuchen, es jener noch schlechter gehen zu lassen. Deren Ängste würde ich gerne wissen. Welche Gedanken gehen durch ihre Köpfe, wenn sie sich im Spiegel betrachten: „In fünfzig Jahren wird man mir danken, dass ich das Fundament zur Sklaverei legte“ ?
Was würde wohl das Geschichtsbuch in einhundert Jahren über uns schreiben? Ein kleiner Teil in mir hofft, dass es nichts zu schreiben gibt und wir unsere Erde erlöst haben. Es ist spät.