mecker. mecker. mecker.

Wirre Gedanken II

Das ist vielleicht ein etwas makaberes Thema. Eventuell steht es uns Jüngeren gar nicht zu, darüber zu ermessen.

Das Problem liegt auf der Hand: Man ist einmal in einem Jahr „­schwer“ krank und be­schrei­tet den Weg zum Hausarzt. Spontan, denn man kann sich in der aus­lö­sen­den Nacht keinen Termin holen, sind natürlich dutzende Personen vor einem. Personen, die diesen Hausarzt des öfteren fre­quen­tie­ren: Rentner.

Ich habe auch Groß­el­tern und sie sehr lieb, aber wenn ich bei meinem Hausarzt drei Stunden warten muss, bis er mir in fünf Minuten zwei re­zept­pflich­ti­ge Arzneien ver­schreibt, bekomme ich immer einen leichten Hass auf diesen blo­ckie­ren­den Teil der Be­völ­ke­rung.

Ich kann mich da teilweise rein­füh­len. Der Körper und der Geist lässt langsam, aber sicher nach. Man braucht für einen Einkauf schonmal die dreifache Zeit der „­nor­ma­len­“ Be­völ­ke­rung, da man das Kleingeld nicht mehr sehen kann und lieber die Kas­sie­re­rin das machen lässt. Man klaut den Schul­kin­dern mit ihren 20 Ki­lo­ta­schen die Plätze in der Straßen­bahn. Kennt man ja.

Das sind Probleme, mit denen kann man sich abfinden. Nun kommt aber der etwas unhumanere Teil:

Der Statistik nach hat sich unsere Le­bens­er­war­tung nach den 60 Jahren nahezu verdoppelt. Dass das mit unserem So­zi­al­sys­tem nicht vereinbar ist, liegt auf der Hand.

Wieso sich unsere Le­bens­er­war­tung erhöht hat? Wohl daher, dass wir über aus­ge­zeich­ne­te Sa­nitär­an­la­gen verfügen und vor allem, dass wir eine so gute Pharma haben. Man glaubt gar nicht, aber damit Senioren in einem Se­nio­ren­heim sterben dürfen, ihre wohl­ver­dien­te Ruhe, braucht es zuvor noch eine Vielzahl le­bens­ver­län­gern­der Maßnahmen. Sonst wäre es Mord!

Kommen wir nun zum ö­ko­no­mi­schen Teil: Wenn ein Kind zur Welt kommt, ist es gut 20 Jahre nutzlos für die Wirtschaft, bringt danach aber gut 45 Jahre Arbeit ein. Bei einem älteren Menschen gibt es aber nur noch die Zeitspanne bis zum Da­hin­schei­den. Die sogenannte „­Ren­tie­run­g“ der Maßnahmen findet nicht statt bzw. wurde zuvor durch das So­zi­al­sys­tem aus­ge­gli­chen. Dieses Aus­glei­chen: 20 Jahre zum Beruf – 45 Jahre Arbeiten – 20-30 Jahre Rente, wird mit unserer zu­neh­men­den Al­ters­ver­län­ge­rung immer schwie­ri­ger. Das ist eine einfache Rechnung.

Wenn ich nun sage, Verbot für alle le­bens­ver­län­gern­den Me­di­ka­men­te/Maßnahmen, so breche ich das oberste Gebot: „Die Würde des Menschen ist un­an­tast­bar“. Was nun?

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