cmus – c* music player
cmus ist ein kleiner, auf ncurses basierender, fast und bedienungsfreundlicher Musik-Player. Ich will ihn nur noch kurz vorstellen, denn ab heute werde ich einen anderen nutzen. Doch das zum Schluss.
Ich nutze das Programm schon etwas länger, leider ist das etwas der Party-Killer,
wenn man sowohl einen Linux/KDE-Rechner UND dazu noch cmus als Jukebox nimmt
und die Audienz Mausschubser sind. cmus ist sehr schön zu bedienen, es hat
eine Vim-like Steuerung, d.h. über :add ~/Music lässt sich in windeseile
Musik hinzufügen und es wird alles hübsch einsortiert. Dabei gibt es insgesamt
sieben Ansichten: (1) Library, sortiert nach Artist/Album, (2)
flache Liste von allem, (3) Playlist.pl, derzeitige Playlist, (4)
Play-Queue, hat Vorrang zu (3), (5) Dateibrowser, (6) Filter und (7)
sind die Einstellungen.
Steuern lässt sich cmus wie von Amarok und anderen Playern gewohnt und auch allgemeinhin bekannt mittels C (Play/Pause), Z (Back) und B (Next). Das Browsen ist etwas hakelig, denn es funktioniert mit den Pfeiltasten Rauf und Runter, niemals seitwärts, denn das ändert die Position im aktuellen Stück. Zum switchen in den Fenstern nutzt man Tab. Mittels / wird gesucht, kennt man ja aus Vim, aber schön ist das nicht. Mittels mehr oder weniger offensichtlichen Tasten S (Random), R (Repeat) und T (Zeitanzeige) führen häufiger zu ungewünschten Aktionen. Ein mehrmaliges Lesen der man-Page ist empfehlenswert. Leider. Insgesamt ziemlich ausgereift, ungemein schnell und hey, es ist CLI!1
Last.fm-Support gibt es per Default nicht, sondern nur
über obskure Patches, die die Login-Daten fest in die Binary reincoden
(wahrlich meisterhaft), dafür gibt es dann bsw. ein Skript, das dann in
status_display_program /path/to/last-cmus.py gesetzt werden muss.
Allgemein ist cmus skriptable, aber irgendwie sehr gewöhnungsbedürftig über
‘nen Socket oder direkt via cmus-remote.
Warum ich nun wechsle? Die API ist wirklich behindert. Also das lässt
sich nicht anders sagen. Man bekommt von cmus selbst nur einen Aufruf, wenn
der Track sich ändert. Dabei kann auch nur ein Skript aufgerufen werden.
Alternativ lässt man sein Skript im Hintergrund laufen. Argh. Gibt auch ein
paar Extensions,
aber cmus_add_similar.py wollte nicht so recht funktionieren. Wieso weiß ich nicht.
Ein weiterer Kritik-Punkt ist die Filtering-Option. Im Prinzip ganz schön,
aber ohne scheiß, muss so etwas hier sein, um nach Akustik/Acoustic zu suchen?
:filter filename="*acoustic*"|filename="*akustik*". Warum zum Henker geht
denn kein :filter acoustic|akustik. Ich wollte es nicht bei zwei Phrasen
belassen. Und kann man den Output speichern? Ist mir nicht gelungen.
Ach erwähnte ich schon, dass cmus nicht mit Umlauten im Dateinamen beim Filtering
zurechtkommt? Mann, Mann, Mann. Unter OS X (brew install cmus) funktioniert
der Lautstärke-Regler übrigens nicht :-( Mein neues Glück versuche ich nun mit
MoC. Denn so problematisch cmus
für mich auch ist, es ist tausendfach besser als jede behinderte GUI!
