mecker. mecker. mecker.

Meine MP3 Toolchain

Jedes mal. Jedes behinderte, hoch­ent­wi­ckel­tes Tool tut das. Diesen Unsinn an ID3-Tags, die mich in den Wahnsinn treiben. Und jedes mal debugge ich eine Stunde meine Toolchain, um hinterher zu sehen, dass wir viele coole Tools haben, aber kein gescheites nach UNIX-Phi­lo­so­phie: Write programs that do one thing and do it well.

Ja, Mu­si­cBrainz Picard kann relativ zu­ver­läs­sig Tags und Album-Zu­ord­nun­gen finden. Nein, Mu­si­cBrainz Picard kann keine Musik Taggen, geschweige denn Sortieren. Und nach jedem Durchlauf mit Picard (und leider auch mit auf li­bmu­si­cbrainz ba­sie­ren­den Tools) erhalte ich diesen Wulst an SINNLOSEN DATEN:

Unique File ID: [http://musicbrainz.org] e940cf62-df95-4f1b-a2c7-6cf778170f68
UserTextFrame: [Description: MusicBrainz Album Type]
album
UserTextFrame: [Description: MusicBrainz Album Id]
e756eba9-39f2-4bf3-8377-b51951cc32f6
UserTextFrame: [Description: Album Artist]
His Statue Falls
UserTextFrame: [Description: MusicBrainz Album Artist Id]
7622232a-2cd1-490b-a4a1-6cd8b13c430f
UserTextFrame: [Description: MusicBrainz Artist Id]
7622232a-2cd1-490b-a4a1-6cd8b13c430f

Das einzige, was davon allgemein wertvoll ist, ist die Unique File ID, denn damit kann ich die Datei wieder in Mu­si­cBrainz tracken. Aber dieser Rest an sinnloser Scheiße? Bin ja schon froh, dass man bei Picard immerhin einstellen kann, dass ich nicht dasselbe zwei Megabyte Bild in JEDER DATEI embedded haben will. Gibt ja Tools, die machen das grund­sätz­lich ohne Nachfrage. Das erfährt man aber auch erst, nachdem man hinterher mal seine Library durch­ge­se­hen hat.

Dann gibt es Tools, die machen primär ID-Tagging, glück­li­cher­wei­se gibt es sowas nicht für Mac, weil die ja auf ihr be­hin­der­tes iTunes abfahren und deshalb sowieso keine al­ter­na­ti­ve Software dazu haben. Tools wie Kid3 und EasyTag failen grund­sätz­lich schon, wenn neben dem Umbenennen gleich noch die Ord­ner­struk­tur setzen sollen. Wenn man das dann wiederholt, dann hat man ganz schnell eine Struktur á la root/artist/album/artist/album/artist/album – weil da keiner nach­ge­dacht hat! Und über das allgemeine Handling von mehr als einer Audio-Datei (sic!) will ich hier gar nicht reden.

Und was hat man davon? Keine Gewissheit, alles zu­sam­men­ge­klat­sche GUI-Scheiße, die einem vorgaukeln, ja die Tags stimmen – halbwegs – und man ist fertig. Das stimmt nicht. Ich war selbst erstaunt, was für Scheiße da teilweise zustande kommt. Einmal eyeD3 *.mp3 offenbart ein re­gel­rech­tes Desaster, zwar stan­dard­kon­form, aber im Großen und Ganzen nicht das, was man denkt.

Mein Tool der Wahl ist dabei eyeD3, wohl das Tool schlecht­hin für die Kom­man­do­zei­le. Gibt noch lltag, aber das ist wie die GUI-Tools, nur für Konsole. Mit eyeD3 lässt sich das ganze sehr schnell beheben:

for file in *.mp3; do

    eyeD3 --remove-comments --remove-lyrics --remove-images \
        --set-user-text-frame=TXXX: \
        --set-text-frame=TXXX: \
        --no-tagging-time-frame "$file"
done

Am besten per find . -name "*.mp3" -exec ... {} \; durchjagen. Dauert je nach Sammlung eine Weile, aber danach fühlt man sich glück­li­cher.

So ist mein Setup derweil: beets (wie Picard nur ohne In­ter­ak­ti­on, rockt schon) und Max für das Rippen. Im Anschluss werden dann die Tags gesäubert und die Welt ist wieder heile.

blog comments powered by Disqus