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Nokia E7 – letzter Tag (Part 2/2)

Nokia E7

Fo­to­gra­fiert auf einem wun­der­schö­nen MacBook auf einer wun­der­schö­nen Decke mit einer EOS-350D und viel zu hohem ISO. Schön zu sehen, der Schalter für Tas­ten­sper­re und -entsperre

Die Ent­schei­dung ist gefallen. Das Gerät kommt zurück. So schön die Hardware ja fast ist, so unnütz und nicht mal eine müde Mark Euro ist die Software wert. Die 8MP-Kamera ist prima und auch die 720p-Videos sehen ganz gut aus – der Wahnsinn im Vergleich zum iPhone 3G. Besonders be­ein­druckt war ich ja auch von Ovi-Maps. Bis auf eine un­voll­stän­di­ge Lo­ka­li­sa­ti­on (Thuringia statt Thüringen) ist das echt geil, wenn man die Karten komplett offline hat. Aber.

Ich hatte vor ca. sechs Jahren auch einmal Nokia gehabt, so eins mit Schwarz-Weiß-Display und schwer und hässlich. Schon damals hatte man die Option, sich sechs Nut­zungs­pro­fi­le ein­zu­stel­len. Denn man braucht ja zwischen „lautlos” und „nicht lautlos” ja noch Dif­fe­ren­zie­run­gen!! So auch sechs Jahre später: top­ak­tu­el­les Thema. Sechs Profile zu haben, ist ein absolutes Muss für jedes Handy!1 An vielen Stellen merkt man, dass Nokia ihr jahr­hun­der­te altes Konzept auf ihr Smartphone OS portiert hat. Ein leicht über­emp­find­li­cher Touch­screen, keine of­fen­sicht­li­che Be­nut­zer­füh­rung, unmögliche WLAN-Ein­stel­lun­gen, ein interner Browser, der lieber WAP statt Internet nimmt, eine Social Networking App mit aus­schließ­lich Twitter und FaceBook, allerdings erst nach Beitritt zu Ovi, ein un­glaub­lich primitiver Ta­schen­rech­ner, ein billiges Spiel zum Thema Umwelt, ein Multi-Tasking, weil man Apps einfach mal kaum Schließen kann und deshalb um­ständ­lich per Taskma­na­ger beendet werden müssen, eine unschöne Schriftart, eine Kamera-App, die aus­schließ­lich im Landscape (Querformat) ihre Be­dien­ele­men­te hat, ein Google Ovi Maps, wo man nicht per Zwei-Finger-Geste zoomen kann, ein Drehen vom Display-Inhalt beim kleinsten Schütteln. Die Liste könnte ich hier noch endlos wei­ter­füh­ren.

Ein we­sent­li­cher Kri­tik­punkt ist allerdings die Ovi Suite. Und OS X oder das Telefon. Denn unter OS X ging fast gar nichts kom­for­ta­bel. Unter Windows 7 hingegen ging out-of-the-box beide Spei­cher­be­rei­che (C: und E:) vom E7 und auch die Auskunft, ob neue Mit­tei­lun­gen, Anrufe verfügbar sind oder wie weit der Akku geladen ist. Out-of-the-box! Nun gut, dann habe ich mir diese elendige Ovi Suite her­un­ter­ge­la­den und in gerade einmal 15 Minuten in­stal­liert. Denn egal wie schnell Computer heute sind und egal, ob man in 15 Minuten auch gleich ein komplettes OS in­stal­lie­ren kann, der Nutzer soll doch an früher erinnert werden… oder ihm sollen alle Features per Diashow während der In­stal­la­ti­on gezeigt werden. Sonderlich viel zu bieten hat die Ovi Suite dann aber doch nicht:

Also wenigstens letztes hätte ich schon gerne erwartet. Denn so bescheuert wie das im Handy ist, so hätte man das doch schon gerne per Maus und Tastatur steuerbar. Apropos Tastatur. Das Gerät hat schon ‘ne relativ praktische Tastatur. Allerdings haben die beim Design vergessen, dass ein Daumen rund ist und somit man noch ein, zwei Millimeter an Abstand zwischen Display und ersten Tasten gebraucht hätte. Und weil ich gerade noch die Hardware kritisiere: das Gerät ist viel zu groß (unangenehm groß) und recht schwer, wobei es leichter in der Hand liegt als mein iPhone 3G. Außerdem ist dieses AMOLED-Display weder im direkten Son­nen­licht gut lesbar dank dieser buzz-buzz Tech­no­lo­gie ClearBack noch ist es auf 15° blick­win­kel­fest. Da bekommt bei minimaler Drehung alles einen üblen Blaustich.

Übrigens liefert das Gerät sogar per Browser an­sprech­ba­res Flash und Java mit (so eine richtig tolle Windows Welt m(). Also selbst das ist schon eine Zumutung für die Nutzer. Ebenso ein Zip-Programm und Microsoft Office Mobile. Das ist bestimmt alles komplett sicher gegen Hacking!1

Nun, das war ein Review vom derzeit ak­tu­ells­ten und wohl auch teuersten QWERTZ-Handy für gehobene Ansprüche. Das Handy in einem Satz be­schrei­ben: „Fallen solche Design-Fehler nicht auf?” aka #fail trifft es auch am zweiten Tag voll auf den Punkt… morgen geht’s direkt zur Post.

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